Was ist ein Profiler?

Bekannt geworden ist er durch den amerikanischen Kinofilm "Das Schweigen der Lämmer": der Profiler - er analysiert die Tat, erstellt ein Täterprofil, ermittelt den Täter und nimmt ihn anschließend fest. Nur in der Praxis sieht die Jagd auf Serientäter ganz anders aus.

Die moderne Täterprofil-Forschung kommt aus den USA. Schon in den siebziger Jahren begann das FBI, Informationen über Verhalten und Persönlichkeit des Täters genauer zu klassifizieren. Erste Profilings - psychologische Täterprofile - wurden erstellt. Das Profiling wurde verfeinert, indem das FBI Verfahren entwickelte, um Spuren am Tatort psychologisch zu deuten und damit Rückschlüsse auf die Identität unbekannter Täter zu ziehen. Während das FBI die Täterprofilforschung im Schwerpunkt bei Sexualdelikten einsetzt, erarbeitet das BKA Profilings auch bei Delikten wie Erpressung, Geiselnahme und Entführung. Das BKA entwickelt die Profiling-Methoden des FBI sogar weiter: in einem Pilotprojet werden hermeneutische Verfahren aus den Sozialwissenschaften auf die Tatanalyse übertragen (z. B. bei der Interpretation von Erpresserschreiben). Die Hermeneutik strebt die Bewußtmachung und Nachvollziehbarkeit solcher Gedankenprozesse, die in vielen Fällen als Intuition oder Geistesblitz erscheinen. Mit Hilfe ausgefeilter Interpretationstechniken versucht das BKA Persönlichkeitszüge und Strategien aus dem Täterbrief herauszuarbeiten. Werden beispielsweise in einem Erpresserbreif heftig Autoritäten angegriffen und beschimpft, läßt dies auf einen tiefsitzenden Vaterkonflikt schließen, der Ausdruck in einem grundsätzlichen Problem mit Autoritäten Ausdruck findet. Diese Konflikte lassen sich in der Innenwelt leicht aufdecken. Der Synergetik Profiler oder Synergetik Therapeut kann solche Konflikte frühzeitig erkennen und weiß sie zu verhindern.

BKA- und FBI-Profiling setzen auch auf statistische Methoden. Mit speziell entwickelten Datenerfassungssystemen werden Verhaltensmuster erfaßt, automatisch mit anderen Delikten verglichen und Ähnlichkeiten herausgefiltert. Ergebnis: Ein Täterprofil, das den Ermittlern hilft Folgetaten zu stoppen und den Täter in die Enge zu treiben. Der Erfolg dieser Verfahren ist inzwischen bewiesen: die Trefferquote korrekt identifizierter Tätereigenschaften konnte im internationalen Schnitt von 50 % auf 70 bis 80 % gesteigert werden.

 

Quellen:

http://www.kriminalpsychologie.de/Bibliothek/Artikel/Psychologie_Heute_1999-01/body_psychologie_heute_1999-01.html

http://www2.tagesspielgel.de/archiv/2001/03/27/ak-be-225178.html


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Zuletzt aktualisiert am: 10-Apr-2007 17:58
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